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Zentrum für Extremitätenchirurgie München
Prof. Dr. Dr. med. R. Baumgart

Morbus Blount

Vorgeschichte

Ein 13-jähriger Patient stellte sich mit einer ausgeprägten rechtsseitigen O-Beinstellung vor. Der sportlich sehr aktive Fußballspieler berichtete von zunehmenden Knieschmerzen, ohne dass ein besonderes Vorkommnis erinnerlich war.

Bei der Erstvorstellung im ZEM-Germany war die O-Beinstellung des rechten Beines bereits so ausgeprägt, dass von einer weiteren Sportausübung zunächst abgeraten werden musste. Auf Höhe des rechten Kniegelenks war die Belastungsachse um 105 mm nach medial verschoben, so dass eine akute Gefahr für eine Innenmeniskusschädigung bestand. Auch auf der linken Seite bestand eine moderate Abweichung der Belastungssachse von 24 mm. Durch die starke Verbiegung des rechten Beines bestand zudem auf dieser Seite eine Beinverkürzung von über 2 cm.

Diagnose: Verdacht auf eine juvenile Form des Morbus Blount

Erstvorstellung

Erstvorstellung

LSR vor Behandlung

LSR vor Behandlung

Behandlung

Um das Restwachstum für eine Begradigung zu nutzen, erfolgte in einer ersten, kleinen Operation eine temporäre Fugenklammerung an der Außenseite des rechten Ober- und Unterschenkels. Für derartige Wachstumslenkungen, mit denen spätere, deutlich umfangreichere Operationen vermieden werden können, steht allerdings nur ein kleines Zeitfenster offen. In diesem Fall konnte aufgrund der zu späten Erstvorstellung im ZEM-Germany nur noch eine Teilkorrektur erreicht werden.

Nach Abschluss des Längenwachstums mussten deshalb die verbliebenen Fehlstellungen planmäßig zunächst am Oberschenkel und 3 Monate später auch am Unterschenkel operativ korrigiert werden. Zu jeder Zeit war der Junge mit Unterarmgehstöcken mobil und konnte bis zur vollständigen Knochenheilung sein rechtes Bein mit 20kg belasten.

1. OP: 8-plates

1. OP: 8-plates

2. OP: suprakondylärer Achsenkorrektur

2. OP: suprakondylärer Achsenkorrektur

3. OP: HTO

3. OP: HTO

Ergebnis

Die Vermessung der Beine nach Konsolidierung und Entfernung der Implantate zeigt eine zentrierte, gerade Beinachse auf der rechten Seite. Der Knochen ist vollständig geheilt und wieder belastungsstabil. Auch die Beinverkürzung ist ausgeglichen. Durch die Korrektur wurden somit mögliche Folgeschäden am Kniegelenk durch eine einseitige Überlastung und auch eine Fehlstellung der Wirbelsäule vermieden. Zwischenzeitlich kann der junge Mann wieder uneingeschränkt Sport ausüben und ist zuversichtlich, mal ein berühmter Profi-Fussballer zu werden.

Gerade auch im Hinblick auf die intensive Sportausübung, sollte die O-Beinstellung des linken Beines ebenfalls korrigiert werden. Keine leichte Entscheidung für den sportbegeisterten jungen Mann aber gerade wegen seinen sportlichen Ambitionen ein "muss".

Behandlungsabschluss

Behandlungsabschluss

Ein gerades rechtes Bein  nach operativen Ober- und Unterschenkelkorrekturen

Ein gerades rechtes Bein nach operativen Ober- und Unterschenkelkorrekturen

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